Wildgehege Klövensteen

Tolles Ziel für einen kleinen Waldausflug oder Startpunkt für eine große Runde durch den Klövensteen. Dank Tiergehegen mit Wildschweinen, Damwild & Co und Spielplatz auch bei Kindern hoch im Kurs.

Weihnachten. Familienbesuch. Strahlende Kinderaugen und leuchtender Tannenbaum. Liebevolle Geschenke. Köstliche Ente. Noro Virus. Ja so kann es gehen. Eben wird noch fröhlich gefeiert und im nächsten Moment liegt die halbe Familie danieder. Der einzige, der dem widerlichen Virus Paroli bieten konnte, ist Otto, der mit seinem neuen, heiß geliebten Playmobil-Polizeiauto durch die Wohnung kurvt, in Todesverachtung für seine leidenden Anverwandten.

Mir geht es als erstes wieder besser und ich schnappe ihn mir, damit er nach drei Tagen Zwangsinternierung endlich mal wieder an die frische Luft kommt.

Wir fahren zum Wildtiergehege im Klövensteen. Ich habe diesen Ort überraschenderweise erst im letzten Jahr kennengelernt. Als Hamburgerin, die gar nicht so weit weg von dort groß geworden ist. Andere Ur-Hamburger können es nicht fassen, als ich das erzähle; sie sind hier scheinbar alle halb großgezogen worden.IMG_1939

Das Tolle am Wildtiergehege ist, dass es sozusagen Wald Plus ist. Plus Tiere, plus Spielplatz, plus Balancierbaumstämme. Dabei ist der Spaß günstig, sehr günstig. Weil: kostenlos. Betrieben wird das Gehege von der Stadt Hamburg, die hier übrigens auch eine Waldschule betreibt, die alle Hamburger, insbesondere Kindergartengruppen und Schulklassen, an die Natur heran führen und ein Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit dieser vermitteln möchte. Hört sich super an und werde ich unbedingt einmal unserer Kita vorschlagen.

Vor dem Eingang des Wildgeheges befindet sich ein kleiner Spielplatz, mit üblicher Ausstattung, eher auf etwas größere Kinder ausgelegt. Wobei die besonders breite Rutsche perfekt dafür geeignet ist, mit Rutschanfängern auf dem Schoß runter zu sausen. Oder mit Rutschangsthasen wie Otto, der sich alleine nur auf solche Rutschen traut, die üblicherweise schon 2-jährigen zu langweilig sind.IMG_1936

Direkt am Anfang des Geheges stehen verschiedene Holzskulpturen von Tieren, die im Gehege wohnen, Wildschwein, Eule, Damwild und Muffelwild. Die Kinder lieben es, die Tiere zu beklettern und auf ihnen zu reiten. Wie üblich stelle ich mir während Ottos Klettereien die Frage, was der Text auf dem zugehörigen Hinweisschild bedeutet: „Hergestellt mit der Motorsäge von M. Kradel“. Hat Herr Kradel nur die Motorsäge zur Verfügung gestellt oder auch selber Hand angelegt? Falls er nicht der Künstler war: Wer dann und warum wird nicht sein Name genannt?IMG_1882

Weiter geht es vorbei an den Gehegen von Freddy Frettchen, Norbert Nerz und Dana Damwild. Da Theo nicht dabei ist, muss ich nicht wie sonst immer sämtliche Schautafeln, von denen es eine zu jedem Tier gibt, vorlesen. Otto interessiert sich noch nicht so sehr für die Hintergrundinformationen (die allerdings nicht uninteressant sind – oder wusstet Ihr, dass Damwild-Hirsche Duftdrüsen an den Augen haben oder dass Wildschwein-Keiler bis zu, ächz, 180 kg schwer werden können?). Er lässt auch den Ententeich links liegen und strömt zu seinem persönlichem Highlight, dem großen Wildschweingehege. „Irgendwie stinkt es hier“, meint er, aber das tut der Freude keinen Abbruch. Auch heute freut er sich vor allem über die kleinen Frischlinge. Man kann sich kaum vorstellen, dass aus den niedlichen kleinen Tieren später tatsächlich die erschreckend großen Keiler werden sollen.IMG_1905IMG_1919IMG_1929IMG_1921

Mit etwas Überredung eise ich Otto von den Wildschweinen los, hin zum Damwild, das überraschend zahm am Zaun steht und gefüttert werden möchte – was übrigens nicht erlaubt ist, auch wenn die meisten es trotzdem machen.

Wir gehen weiter zu einer großen Lichtung, auf der zahlreiche Balancierbaumstämme liegen, die ausgiebig genutzt werden. Hier sollen wir angeblich auch auf das ominöse Muffelwild stoßen, das uns alleine schon ob des Namens ausgesprochen gut gefällt, das wir aber bislang noch nie entdecken konnten – oder nicht richtig als Muffelwild identifiziert haben. Von hier aus hätte man auch die Möglichkeit tiefer in den Klövensteen vorzudringen, der viele Kilometer Wander- und Reitwege bietet und natürlich auch die Ponyhof-Waldschänke, wo halb- oder stundenweise Ponys zum Rundritt ausgeliehen werden können.IMG_1917IMG_1901

Das kleine Podest mit Holzbänken davor, das von Theo und Otto sonst gerne für einen kurzen Spontan-Auftritt genutzt wird, lassen wir heute links liegen – ich denke aber mal wieder, dass es eine tolle Gelegenheit für einen Kindergeburtstag abgeben würde. Geburtstage im Gehege, mit Schnitzeljagd und Tierquiz, können übrigens über die Waldschule hier gebucht werden.

Wir begeben uns langsam wieder Richtung Ausgang. Alles in allem waren wir mit unserer Runde ca. 1,5 Stunden unterwegs, wir haben also noch genügend Zeit in der Kleinen Waldschänke gegenüber einzukehren und ums beim Außerhausverkauf ein Eis zu holen. Im Restaurant gibt es regionale Hausmannskost, ausprobiert haben wir das noch nie.

Hier befinden sich übrigens auch Außentoiletten, eigentlich für die Gäste, aber im Notfall wird man sicherlich nicht abgewiesen.

Fazit: Das Wildgehege ist eine schöne Gelegenheit, mit den Kindern einen kostengünstigen, aber trotzdem anregenden Nachmittag zu verbringen und mit seinen kleinen Highlights genau das Richtige, um mein Laufmuffelwild auf Trab zu bringen.

Homepagehttp://www.hamburg.de/altona/wildgehege-kloevensteeen/

Adresse: Sandmoorweg 160, 22559 Hamburg

Für Freunde von: Tieren, Wald, Natur, Matsch

Alter: insbesondere für Kinder im Alter von 2- 6 Jahren

Kosten: Keine

Essen und Trinken: Kiosk und Ausflugslokal direkt gegenüber

Toiletten- und Wickelmöglichkeiten: Außentoiletten des Lokals, mit Wickelbrett

Öffnungszeiten: Das Wildgehege ist rund um die Uhr geöffnet. Die Betreiber bitten aber darum, die Ruhezeiten der Tiere zu beachten und das Gehege spätestens mit Einbruch der Dämmerung zu verlassen.

Lage:

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