“Ist das denn noch Hamburg?” – Vierlande und das Leben hinterm Deich

Es gibt St. Pauli, die Schanze und Altona, bekannte Hamburger Stadtteile, die wohl jeder kennt. Es gibt aber auch Stadtteile, da holt sogar der waschechte Hamburger den Stadtplan hervor, um sich zu versichern, ob das denn noch innerhalb der Stadtgrenzen liegt. In einem dieser Stadtteile – in den Vierlande – lebt Claudia, die Autorin des wunderbaren Blogs wasfuermich.de, mit ihrer Familie. Und genießt gemeinsam mit ihren Jungs die Ruhe, die Natur und den Platz, den ihr dieser Stadtteil bietet. Und ganz besonders die Nähe zum Elbstrand. 

Es gibt einige Blogs, die wir leidenschaftlich gern lesen und denen unsere Herzen auf Instagram nur so zu fliegen. Einer davon ist der Blog wasfuermich.de von Claudia Schaumann, die wunderbare Artikel über ihr Leben als Dreifach-Mama schreibt, viele Bastelideen und Rezepte teilt und – für uns ganz besonders interessant – über ihr Leben auf dem Land schreibt, ihr Zuhause in den Vierlande im Bezirk Bergedorf. Hier scheinen die Uhren noch langsamer zu ticken als in der sonst so trubeligen und hektischen Großstadt. Hier findet das Leben inmitten der Natur statt, auf den alten Höfen hinterm Deich, direkt an der Elbe. Und Claudia weiß die Schönheit ihres Heimat-Stadtteils auf ihren Fotos immer wieder so in Szene zu setzen, dass ihre Leserinnen nicht selten mit „ihr habt’s so wunderschön!“, „traumhaft“ und „wie in Bullerbü“ kommentieren.

Grund genug also, ein bisschen mehr über den östlichsten Stadtteil Hamburgs an der Elbe zu erfahren, wie es sich dort mit Kindern lebt und Claudia um ein Interview zu bitten.

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Liebe Claudia, bitte stell Dich und Deine Familie kurz vor.
Unsere Familie, das sind meine vier (Oh Gott, echt vier!?!) Männer und ich. Der große Mann arbeitet als Rechtsanwalt, die kleinen Männer sind fünf, drei und ein Jahr alt und gehen in den Kindergarten.

Ihr lebt in den Vierlande, einem Stadtteil, bei dem viele Hamburger bestimmt erst einmal Google Maps anwerfen müssen, um nachzusehen, wo der denn überhaupt liegt. Was hat Euch bewegt, dorthin zu ziehen?
Wir wollten auf jeden Fall rausziehen, wenn wir Kinder haben, das war immer klar. Mein Mann kommt aus Vierlande. Wir dachten immer, ach, ziehen wir dort in die Nähe, dann können Oma und Opa mal aufpassen. Wir haben dann ewig nach einem alten Haus gesucht, das wir renovieren wollten – haben nichts gefunden und haben schließlich auf eine alten Schafweide, ganz hinten auf dem Hof meiner Schwiegereltern gebaut.

Warum sollte man unbedingt einmal in die Vierlande kommen?
Es ist einfach wunderschön hier. Im Sommer ist es sandig und grün und der Himmel knallblau und es duftet nach Flieder, dass man davon betrunken werden könnte. Die Elbe und der Elbstrand sind bloß ein paar Bollerwagenminuten entfernt und überall mäht es, von den vielen Deichschafen. Wir grillen ständig und sind lange draußen und die Kinder spielen und spielen und die Füße werden vom vielen Barfußgehen gar nicht mehr sauber. Im Winter ist es dunkel und neblig und kalt, immer noch ein paar Grad kälter als in der Stadt. Es ist bei uns auch im Winter schön, aber manchmal braucht man ein paar Freunde und einen Topf voll mit Glühwein, damit man das nicht vergisst…

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Und was kannst Du uns empfehlen?
Wer in der Stadt wohnt, sollte unbedingt mal hier her fahren, zum Spazierengehen. Wir haben eine wunderschöne Kirche. Überhaupt sieht der kleine Dorfkern mit Kirche, Schule und Kindergarten aus wie ein Freilichtmuseum. An der Elbe ist es wunderbar. Und auf dem Marschbahndamm, einer alten Bahnlinie, die inzwischen betoniert und ein Wanderweg ist, kann man wunderbar wandern oder Fahrrad fahren. Hinterher noch einen Kaffee oder lecker Essen im Zollenspieker. Oder ein Steak mit den besten Bratkartoffeln bei Elly Herr in Altengamme (unbedingt draußen sitzen, toller Blick aufs Brack).

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Du hast drei kleine Kinder, arbeitest als Lehrerin, betreibst einen Blog, hast gerade ein Buch geschrieben – wow! Bleibt da überhaupt noch Kraft und Zeit, um Ausflüge zu unternehmen?
Kleine Ausflüge, also mit dem Bollerwagen an die Elbe oder den Marschbahndamm hinunter zu einem der Spielplätze, das machen wir öfter. Lange Ausflüge machen wir seltener, haben wir uns jetzt aber wieder öfter vorgenommen.

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Wenn Ihr in Hamburg unterwegs seid, wo trifft man Euch bei schönem Wetter?
Bei schönem Wetter gehen wir an die Elbe. Manchmal fahren wir mit Freunden in den Wildpark Schwarze Berge. Und manchmal bekommen wir auch Stadtlust und bummeln durch die Hafencity: die Jungs lieben den großen Spielplatz dort.

Und was bietet Euch die Stadt an eher grauen, regnerischen Tagen?
Wir waren schon ein paar Mal in Hagenbecks Aquarium. Das ist wunderschön. Oh und wir wollen unbedingr mal ins Planetarium – leider wird das gerade renoviert.

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Kannst Du Hamburger Ausflugsmöglichkeiten empfehlen, die sowohl für größere Kinder spannend sind, als auch für Kleinkinder und Babys?
Der Elbstrand – der ist für alle toll. Entweder ganz ruhig und beinahe für sich weiter draußen oder schön trubelig und mit vielen anderen an der Strandperle.

Wo in Hamburg kann man problemlos mit Kindern Kaffeetrinken und/oder Essen gehen?
Wir sind da ziemlich schmerzbefreit und schleppen unsere Kinder überall mit hin, wenn wir Lust darauf haben. In Bergedorf gibt es aber zum Beispiel einen wunderbaren und sehr entspannten Italiener namens Olivio. Wenn die Jungs aussuchen dürften, würden sie wahrscheinlich Burger in einer der Jim Block-Filialen wählen und wie immer den Champignon Burger bestellen.

Wenn du mit den Kindern unterwegs bist, was darf in Deiner Tasche nie fehlen?
Ups, erwischt. Ich bin überhaupt keine Perfekte-Tasche-Mama. Ich habe ehrlich gesagt beinahe nie igendwas dabei, nicht mal Feuchttücher und manchmal nicht mal eine Windel. Bloß mein Handy, das muss immer mit.

 

Vielen Dank, liebe Claudia! Das hat so neugierig gemacht, dass wir wirklich die tollen Wochenend-Frühlingswetter-Aussichten für einen Ausflug in die Vier- und Marschlande nutzen sollten!

Fotos: Claudia Schaumann (www.wasfuermich.de)
Zu den Vierlande gehören Kirchwerder, Neuengamme, Altengamme und Curslack

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Ein Gedanke zu ““Ist das denn noch Hamburg?” – Vierlande und das Leben hinterm Deich

  1. [eigen]art schreibt:

    Gnihihi, ich bin auch so eine Mutter, die ständig Windeln etc. vergisst, aber dafür immer ihr Handy dabei hat! 🙂
    Claudias Bericht klingt toll und seit ich bei ihr die Fotos der Schaukel im Baum an der Elbe gesehen habe, bin ich sowieso sehr neidisch auf ihren Wohnort.
    LG, Tamara

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