Energieberg Georgswerder

In Hamburg-Georgswerder gibt es seit den 50er Jahren einen Berg. Hier lest Ihr, wo er auf einmal herkam, wie er rund 4.000 Haushalte mit Strom versorgt und wieso es sich lohnt, hierhin einen Ausflug mit Kindern zu machen. 

(von Johanna)

In Ottos Kita wird mit den Kindern gerade zum Thema Energie gearbeitet. Gemeinsam mit den Erzieherinnen überlegen die Kinder, was es für verschiedene Energieformen gibt, wie man sie erzeugt und was Energiesparen mit Umweltschutz zu tun hat. Um das Thema für die Dreijährigen anschaulich aufzubereiten, wurde außerdem ein Theaterstück zum Thema einstudiert und ein Energiefahrrad ausgeliehen, auf dem die Kleinen so lange strampeln, bis sie  die angeschlossenen Lampen zum Glühen zu bringen. Ein richtig tolles Projekt also – und die perfekte Gelegenheit, um mit Otto einen Ausflug zum Energieberg Georgswerder zu machen.

IMG_2402

Eines der beiden Windräder, die auf dem Energieberg stehen.

Ein Bayer mag sich darüber amüsieren, dass wir eine rund 40 Meter hohe Ausbuchtung  Berg nennen. Wir Hamburger hingegen fassen uns an den Elbsegler und fragen verwundert, wieso unser plattes Land hier einer Steilwand gleich in den Himmel ragt. Na gut, ich übertreibe. Tatsächlich hat der Berg keinen natürlichen Ursprung, sondern ist Zeugnis unserer deutschen Geschichte: Er besteht aus Trümmern, die nach dem 2. Weltkrieg an dieser Stelle aufgetürmt wurden. Frei nach dem Motto „Müll zu Müll“ legte die Industrie ihre Abfälle oben drauf, bis man in den 1980er bemerkte, dass aus der Deponie hochgiftiges Dioxin austrat. Dieses konnte in einem aufwändigen Verfahren gestoppt werden und kurz danach wurde eine neue Idee entwickelt, wie man den Berg nutzen kann: Es wurde eine erste, Windenergieanlage gebaut, später eine weitere. Es folgte die Errichtung umfangreicher Photovoltaikanlagen – und heute werden rund 4.000 Haushalte mit Strom versorgt, die auf dem Energieberg durch  Windkraft und Sonnenenergie erzeugt werden. Auch der Bauch des Berges arbeitet: Hier entsteht Methangas, das direkt in die nahe gelegene Kupferhütte der Aurubis AG eingespeist wird, das austretende Grundwasser wird außerdem zur Wärmegewinnung genutzt.

Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA, die 2013 in Hamburg stattfand, wurde der grasbewachsene Hügel für die Öffentlichkeit geöffnet – und bietet ein tolles Ausflugsziel für einen spannenden Spaziergang. Nach dem Aufstieg begibt man sich auf einen „Horizontweg“, der den Berg umrundet. Man hat einen tollen Blick auf das umliegende Hamburg – Richtung City bis zur Elbphilharmonie, Richtung Veddel auf große Industrieanlagen  und Richtung Wilhelmsburg auf viel Grün. Es ist gerade dieser Kontrast zwischen Natur, Stadt und Industrie, der den Energieberg besonders macht. Und als Otto und ich uns zu einer kleinen Kekspause niederließen, die Windräder sich hinter grasgrünen Erdwällen drehten, uns eine frische Brise um die Nase wehte und das gleichmäßige Geräusch der Autobahn im Hintergrund auf- und abbrandete, fühlte ich mich tatsächlich ein wenig wie an der Ostsee. Der weitere Weg führte uns direkt unter dem Windrad und an den Solaranlagen vorbei, so dass Otto und ich uns ganz aus der Nähe anschauen konnten, wie Erneuerbare Energie produziert wird.

IMG_2390

Der Aufstieg ist gelungen, nun geht es an die Umrundung des Berges.

IMG_2394

Der Horizontweg führt einmal um den Berg herum.

IMG_2401

Der Blick Richtung Hamburger Innenstadt.

Am Fuß des Berges liegt ein Informationszentrum, betrieben von der Hamburger Stadtreinigung. Ein netter Mitarbeiter schmiss uns sofort den Kinderfilm an, in dem für die kleinen Besucher erklärt wird, was es mit dem Energieberg auf sich hat. Danach informierten Otto und ich uns im Mülldeckel-Quartett darüber, welcher Müll in welche Tonne gehört und was man aus dem recycelten Müll alles produzieren kann. Beim Müll-Memory musste ich mich gegen meinen dreijährigen (dreijährigen!) Sohn geschlagen geben. Zum Abschied bekam dieser noch eine Mülltonnenspardose geschenkt, während ich mich draußen, auf den zu Sitzmöbeln umgebauten Mülltonnen (genial!), von meiner Niederlage (DREIJÄHRIG!!!) erholte.

IMG_2410

Gab es als Geschenk im Informationszentrum: Eine Mülltonnenspardose.

IMG_2371

War waren zwei Öltanks, äh drei Mülltonnen.

IMG_2376

Beim Mülldeckel-Quartett wird gezeigt, welcher Müll in welche Tonne gehört.

Das Thema Energie hatte mich heiß gemacht, und ich versuchte Otto davon zu überzeugen, als nächstes den Energiebunker Wilhelmsburg anzusteuern. Okay, ich war auch scharf auf einen Kaffee im Café vju im Bunker Penthouse. War aber nichts zu machen, da er auf eine umgehende Umsetzung des Ursprungsplan drang: einem Besuch auf dem nur wenige Minuten entfernten Kinderbauernhof Kirchdorf. Darauf ließ ich mich natürlich auch gerne ein – warum sich ein Besuch auf dem Kinderbauernhof immer lohnt, erzählt Claudia hier.

Das Informationszentrum bietet übrigens auch Führungen für Kitas an – vielleicht ist das ja auch für Eure interessant.

Homepage: Energieberg Georgswerder

Für wen geeignet: Bergsteiger, Energieexperten und solche, die es werden wollen

Öffnungszeiten: vom 01. April bis 31. Oktober, jeweils Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 18:00 Uhr

Essen und Trinken: Nein

Toiletten: vorhanden im Informationszentrum

Lage: 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s