Tipp: Freilichtmuseum am Kiekeberg

Wenn man sich als Familie beim sonntäglichen Frühstück auf ein Ausflugsziel einigen möchte, ist es manchmal gar nicht so einfach, auf einen Nenner zu kommen. Der eine will Action, der andere Tiere und wir Eltern träumen einfach von einem Ausflug ins Grüne. Wie wunderbar ist da eine Einrichtung wie das Freilichtmuseum am Kiekeberg. Hier wird so viel Verschiedenes angeboten, dass für Kinder, Eltern und alle Geschmäcker etwas dabei ist.

(von Johanna)

Über die A7 Richtung Hannover angereist, bei Marmstorf abgefahren, dauert es von Hamburg aus gar nicht lange, bis man in Rosengarten-Ehestorf eintrudelt, wo das Freilichtmuseum am Kiekeberg gelegen ist.

Auf dem schönen Areal wird mit über 40 historischen Gebäuden gezeigt, wie in der Region in der Zeit von 1600 bis 1950 gelebt und gearbeitet wurde. Beispielsweise den Höfen aus dem 19. Jahrhundert, bei denen die rauchigen Wohnstuben nahtlos in die Stallungen übergehen. Oder dermNachbau einer Nissenhütte, einer Wellblechunterkunft, die nach dem 2. Weltkrieg Flüchtlingen und Ausgebombten als provisorisches Zuhause diente.

Der abwechslungsreiche Weg durch die Geschichte führt über Kopfsteinpflaster durch Waldstücke vorbei an Wiesen und Feldern. Dabei fehlen auch die passenden Tiere nicht, wie Hühner, Schweine, Gänse und Pferde. In der großen Ausstellungshalle werden verschiedenste Dauer- und Wechselausstellungen gezeigt. Überall angeboten werden Mitmachstationen für Kinder, an denen sie selber aktiv werden können, wie beim Wassertragen à la anno dazumal oder beim Kuh-Quiz (super informativ, oder wusstet Ihr schon, dass eine Kuh erst so genannt wird, nachdem sie zum ersten Mal gekalbt hat und vorher ein Rind ist?!).

Was uns beim letzten Besuch besonders gut gefallen hat, waren….

…der Wasserspielplatz

Wasser pumpen, spritzen, kurbeln, kanalisieren, durchpflügen – und dabei, wenn es gut läuft, nur an den Füßen nass werden. Es empfiehlt sich unbedingt, Wechselwäsche mitzubringen. Und gute Argumente, mit denen man die Kinder davon überzeugt, sich auch noch das restliche Gelände anzuschauen.

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… die Dauerausstellung Nutzfahrzeuge

Auf mehreren Etagen stehen in der großen Ausstellungshalle historische Trecker, Pflüge, Dampfmaschinen und viele weitere Nutzfahrzeuge, bei deren Anblick Jungen im Alter von ein bis vier Jahren Schnappatmung bekommen. Auch hier lohnt es sich, mit guten Argumenten und viel Geduld darauf vorbereitet zu sein, die Kinder von dem auf Knopfdruck rüttelnden, bespielbaren Original-Traktor zu pflücken.

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…die Sonderausstellung Spielwelten

In zahlreichen Ausstellungskästen und drei nachgebauten Geschäften wird die Geschichte des Spielzeugs im Laufe des vergangenen Jahrhunderts nachgezeichnet. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich aus Holzauto und Porzellanpuppe das schier unüberschaubare Angebot in den Kinderzimmern der Neuzeit entwickelt hat.

Ich war völlig begeistert über die Zeitreise in meine Kindheit: „Die Anziehpuppe hatte ich auch. Und den Papageien. Und genau die Ritterburg dort hatte Euer Onkel Jakob.“ Irgendwie hatte ich Verständnis, als Otto mich genervt in meine Schranken wies: „Mami, hör auf das immer zu sagen.“ Abgesehen davon waren die Jungs genau so begeistert wie ich und spielten ausgiebig an Rutsche, Karussell, Video- und PC-Stationen.

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…die vielen Aktionen, Märkte und Feste

Im Freilichtmuseum ist eigentlich immer etwas Besonderes los. Als wir da waren, gab es gerade diverse Sommerferienaktionen, wie Stationen, an denen aus Holz und Wolle gebastelt oder aus Korken ein Schiffchen gebaut werden konnte. Spannend war auch das Projekt „Leben wie in 1804“. Eine komplette Bauernfamilie, gewandet in Klamotten wie vor 200 Jahren, bewohnte tagsüber einen alten Hof. Die Hofwände wurden auf die damalige Art und Weise ausgebessert, Körbe hergestellt und der Garten bewirtschaftet. Theo und Otto waren hoch fasziniert und stellten den sehr netten Männern und Frauen viele Fragen – die gerne beantwortet wurden.

Neben den Ferienaktionen gibt es beispielsweise jahreszeitliche Märkte, Theater, Lesungen, Traktortreffen und vieles mehr – das aktuelle Programm findet Ihr hier

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…die Tiere 

Noch vor dem Eingang werden die Besucher von beachtlich wuchtigen Gänsen begrüßt. Im Museum geht es mit allerlei anderen Nutztieren weiter – in Frühjahr alle in Begleitung von so süßem Nachwuchs. Für mittelschweren Grusel sorgt jedes Mal wieder das UNFASSBAR riesige schwarze Schwein, das meist in einer dunklen Box in der Ecke schnarcht. Irre! Von dem Tier konnte sich in 1804 bestimmt eine ganze  Familie einen Winter über ernähren. Und den Nachbarn noch zwei, drei Schweinshaxen zu Weihnachten rüberbringen.

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Homepage: www.kiekeberg-museum.de

Adresse: Am Kiekeberg 1, 21224 Rosengarten-Ehestorf

Öffnungszeiten: Ganzjährig geöffnet. Dienstag bis Freitag von 9:00 bis 17:00 Uhr,
Sonnabend/Sonntag/Feiertag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Montag Ruhetag.

Essen und Trinken: Museumsgaststätte Stoof Mudders Kroog  und Rösterei Café Koffietied

Lage: 

 

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